Pflichtabgabeverordnung tritt in Kraft, aber nicht für…

… private Seiten. Also dies schon mal zur Beruhigung.  Aber worum geht es?

Die Bundesregierung hat im Bundesgesetzblattes vom vergangenen Mittwoch die umstrittene Verordnung (PDF) über die Pflichtablieferung von Medienwerken an die Deutsche Nationalbibliothek veröffentlicht. Mit dieser Verkündung ist die Anweisung inzwischen in Kraft. Sie regelt auf Basis des seit seiner Verabschiedung im Jahre 2006 für Unmut sogende Gesetzes über die Deutsche Nationalbibliothek, welche Internetpublikationen bei der DNB als „Pflichtexemplar“ elektronisch eingereicht und für die Archivierung freigegeben werden müssen.

Soviel zur Theorie. Betroffen sind somit alle gewerbliche Seiten. Jedoch sind noch derart viele Fragen offen, dass ich keine praktische Durchführbarkeit erkennen kann. Es ist auch aus meiner Sicht noch gar nicht klar, inwieweit Änderungen an den Publikationen eingereicht werden müssen.

Ich stelle mir gerade vor, jede Firma in Deutschland reicht nur jeden Inhalt und jede Änderung, aus Kostengründen natürlich automatisiert, regelmäßig ein. Kann es sein, dass die Nationalbibliothek von der Kapazität her dann relativ schnell Google Konkurrenz machen kann? Eine völlig unsinnige Verordnung. Man kann bereits jetzt in der Historie des Internet recherchieren: web.archive.org

Aber wie so oft beherrscht auch Hysterie das Thema. Aktuell werden keine statischen und dynamishen Webseiten archiviert: „Webseiten aller Art, z. B. statische und dynamische HTML-Seiten, Weblogs oder Foren, werden noch nicht gesammelt. In einer weiteren Stufe ist das Harvesting solcher Seiten geplant. Die zukünftige Einzelablieferung von Webseiten soll weder über ein Formular noch über eine Schnittstelle aktiv vom Ablieferer geleistet werden. Deshalb wird es auch nicht erforderlich sein, diese Seiten in andere Formate (PDF, TIF) umzuwandeln und sie uns zu übermitteln.“

Wer prüft eigentlich, ob das Eingereichte auch tatsächlich veröffentlicht wurde. Und wenn ja, ab der zeitliche Bezug auch stimmt. Hier werden sicher Unmengen an Daten archiviert, die keinen Menschen jemals wieder interessieren werden. Das ganze hätte letztlich eigentlich nur dann Sinn, wenn öffentliche Suchmaschinen angeflanscht würde. Wenn ich in Google beispielsweise so in:nationalbibliothek Gesuchter Begriff gesucht werden könnte. Dann würde uns unsere Nationalbibliothek, die wir als Steuerzahler ja bezahlen, auch Spaß machen.

Mit der Yahoo! Pingbox chatten

Ich habe heute die Yahoo! Pingbox eingerichtet und kann nun die Möglichkeit bieten, mit mir zu chatten, ohne das eine Anmeldung bzw. Registrierung bei Yahoo! oder einem anderen Messenger-Dienst wie ICQ, AIM, Jabber, etc. nötig wäre. Zudem ist es von jedem Browser möglich, jederzeit. Es ist nur der Besuch meiner Website erforderlich.

Ich werde das nun einmal testen, befürchte aber eine neue „Spam-Bedrohung“. Es wird spannend sein zu Beobachten, wie dieser Dienst genutzt wird, vor allem von wem…

Nachtrag: Habe es soeben wieder entfernt. Hat bei den meisten Bekannten gar nicht geladen werden können. Auf Rechnern ohne aktuelles Flash hat es zu enormen Ladezeiten geführt. Fazit: Klasse Idee leider nicht einsetzbar.