Touch ERP, Touch Apps, TouchScreen für den Desktop

smallscreen_multi-touchIn einigen Jahren sehe ich meinen Artikel von heute vielleicht einmal wie folgt kommentiert: Seht ihr, das wurde  prophezeit, doch keiner hat geglaubt, dass es sich derart massiv durchsetzen wird. Die Geschichten wiederholen sich, es passieren fundamentale Umbrüche, dies auch in Zeiten in denen man denkt, was soll da noch kommen, es ist alles entwickelt, wir haben alles was wir brauchen.
Derzeit halten sich hartnäckig Gerüchte, Apple werde bald einen sogenannten Tablet PC veröffentlichen – eine Art überdimensionales iPhone, mit dem der Konzern auf dem Computer-Markt weiter Anteile gewinnen will. Und Apple kann sehr erfolgreich sein, wenn sie wollen. Wenn dieser einschlägt wie das IPhone, Tablet-PC’s – also PC’s mit fingerbedienbarer Oberfläche – so selbstverständlich werden wie das IPhone, dann wird der Softwaremarkt eine Blüte sondergleichen erfahren. Sämtliche Anwendungen müssen Finger und nicht nur mausbedienbar umgestellt werden. Erfolgreich werden die Unternehmen sein, die besonders fingerergonomische Anwendungen zu bieten haben. Hier ist dann wieder Kreativität und Innovation gefragt. Hier wird es eine unglaubliche Updatewelle geben.
Aber nicht nur die Hardware bereitet den Weg, auch die Software, bspw. duch die Möglichkeiten in Webanwendungen. Drag&Drop wird von HTML5 nativ unterstützt, JavaScript-Frameworks liefern beeindruckende Ziehen&Fallenlassen-Funktionen bereits jetzt, Tochscreen-Anwendungen sind im Browser kein Problem mehr.
Und nun zu meinen Visionen: Was spricht dagegen, wenn Bildschirme in Schreibtischoberflächen eingelassen, Anwendungen wie auf dem Tisch liegende Dokumente bearbeitet werden. Was spricht dagegen, wenn ich in Business-Anwendungen Artikel- und Kundennummern mit meiner Handschrift eintrage, wenn ich durch Stammdaten mit einen Fingerschnipp blättere.Ich stelle mir vor, die Historie von Tätigkeiten mit dem Finger zu lättern, dann den gewünschten Vorgang auf eine Arbeitsfläche zu schieben. Oder ich tippe mit dem Finger doppelt in ein Eingabefeld für Kunden- oder Artikelnummern, dort öffnet sich dann ein virtuelle Tastatur die nur das eingeben lässt, was sinnvoll ist. Also bei Kundennummern erscheint nur ein Nummernblock. Eine ERP-Software fingerbedienbar zu machen, sehe ich als sehr reizvolle Aufgabe. Man stelle sich nur einmal die Terminals im Betrieb vor. Was ginge dann alles sogar an der Maschine, was heute umständlich an empfindlichen und für den Ungeübten lästig an der Tastatur erledigt wird.
Etwas am Thema vorbei, aber das würde die Sache dann noch ergonomischer machen: Eine virtuelle Tastatur, die das Treffen der richtigen Taste nicht so ganz genau nimmt, weil sie selbstständig und intelligent Tippfehler korrigiert und/oder sich aus einen Wörterbuch bedient.

Man braucht eigentlich keine Studien dafür, um zu belegen, dass Anwender es möglichst einfach und simpel haben möchten. Sie haben geradezu Angst vor komplexen Bedienoberflächen. So haben sich Bankingterminals erst durchgesetzt, nachdem sie immer einfacher und per Touchscreen bedienbar wurden. Aber es  gibt diese Studien und die belegen das, was ich hier gerade ausführe.

Weil eine hohe Akzeptanz von Anwendern zu erwarten sein wird, weil sich die Produktivität steigern lässt, weil die Bedienung so intuitiv werden wird, wie auf dem IPhone oder mit Andorid werden TouchScreen-Anwendungen in Zukunft viel häufiger zu sehen sein. Und weil auch die Konvergenz mit mit Fernsehen deutlich leichter zu erreichen sein wird, gibt es auch im Privaten zukünftig mehr Touchscreens und passende Anwendungen. Weil die Industrie neue Themen braucht,  wird es das Thema für das nächste Jahrzehnt werden.

Google Wave Preview: Ich bin dabei, ein bisschen

google-waveIch habe heute von Google eine Einladung zur Preview von Wave bekommen. Natürlich habe ich es mir sofort angesehen. Und natürlich ist es ohne Kontakte ziemlich wertlos. Das Konzept ist grundsätzlich nicht verkehrt, aber mich überzeugt es noch nicht, bzw. es entspricht nicht meiner „arbeitsweise“. Ich brauche keinen der mir beim Schreiben zusieht, ich brauche auch Zeit um das, was ich schreiben will, in Worte zu fassen. Ich mag es noch nicht einmal, wenn ich was auf meinem Rechner mache und es sitzt jemand daneben.
In vielen Situationen ist es sinnvoll, wenn nicht sogar erforderlich, wenn das Geschriebene oder Gemachte noch einmal rezensiert wird, bevor es der Empfänger enthält. Ich habe schon so manche Mail im letzten Moment verworfen, weil sie doch mit allzu viel Emotionen formuliert wurde. In Wave wäre es zu spät gewesen. Es gibt zwar in Wave die Draft-Option, aber dann kann ich auch gleich E-Mail nutzen.
Für mich ist E-Mail die Erfindung des Jahrhunderts die noch Jahrhunderte Bestand haben wird, die Vorteile sind unübertroffen. Wave ist nicht der Nachfolger der E-Mail. Wave ist allerdings für Brainstorming super geeignet, dafür werde ich es nutzen. Wave wäre auch zum Organisieren gemeinsamer Aktionen prima geeignet, man kann darüber sehr schnell Entscheidungen herbeiführen.
Als „Google-Fan“ werde ich das Thema natürlich aufmerksam beobachten, bin gespannt wie sich meine Meinung ändern wird.